Grüner Tee



Was ist grüner Tee?

Obwohl grüne und schwarze Teeblätter von derselben Teepflanze (Camellia sinensis) stammen, schmecken sie anders. Grund dafür ist die unterschiedliche Verarbeitung. Grüner Tee ist quasi eine Vorstufe des schwarzen Tees. Anders als bei schwarzem Tee werden die Teeblätter des grünen Tees nach dem Pflücken nur kurz erhitzt und dann getrocknet. Die Fermentation wie beim Schwarztee entfällt, ebenso die Oxidation. Daher bleiben in den Blättern sehr viele Polyphenole enthalten. Diese zählen zu den Antioxidantien, welche freie Radikale abfangen und den Körper vor Krankheiten schützen können. Das macht grünen Tee besonders gesund, außerdem ist er bekömmlicher als die dunkle Variante. Besonders bekannt sind die folgenden Teesorten: Sencha, Bancha, Kabusecha, Matcha, der Frühlingstee Shincha und Gunpowder, der seinen Namen seiner zu Kügelchen gerollten Form verdankt. Beliebt für abends ist Kukicha, der weniger Koffein als andere Sorten enthält und daher weniger wach macht.

Was macht grünen Tee so gesund?
Wer täglich drei bis vier Tassen grünen Tee trinkt, tut seinem Körper etwas Gutes. Es sollte aber unbedingt Grüntee von hoher Qualität sein, am besten aus Bioanbau. Er gilt als sanfter Wachmacher, Gesundheitselixier und Jungbrunnen, kann Entzündungsprozesse hemmen und unsere Zellen durch die hohe Anzahl gesunder Polyphenole und Flavonoide vor Angriffen freier Radikale schützen. Deshalb ist grüner Tee nicht nur für Kosmetika interessant, sondern wird auch speziell als Mittel zur Krebs-Prävention untersucht. Schweizer Wissenschaftler aus der Hirnforschung fanden zudem heraus, dass Extrakte in grünem Tee die Konnektivität des Gehirns verbessern können, was die Hirnregionen besser interagieren lässt, die Denkleistung und das Gedächtnis steigert. Insofern ist wird Grüntee auch im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen interessant.

Achtung: Aufpassen sollten Menschen mit Eisenmangel, denn grüner Tee kann die Eisenaufnahme hemmen. Umgekehrt verliert grüner Tee seine Wirkung als Antioxidans, wenn er zusammen mit eisenreichen Lebensmitteln konsumiert wird (beispielsweise Fleisch, grünes Gemüse wie Brokkoli und Blattsalate, Rote Beete, Hülsenfrüchte).

Kann das Gehirn unterstützen
Durch das Koffein im grünen Tee fühlen wir uns wach und klar, denn Koffein blockiert im Gehirn die Rezeptoren für einen Neurotransmitter namens Adenosin – mit einem deutlichen Effekt. Wir fühlen uns fit und unsere Müdigkeit wird zeitweise unterdrückt. Gleichzeitig kann die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin steigen, was eine stimmungsaufhellende Wirkung hervorruft. Grüner Tee hat eine ähnliche Wirkung wie Kaffee, ohne jedoch das zittrig-überdrehte Gefühl auszulösen, welches sich nach einer Tasse des schwarzen Heißgetränks gerne einstellen kann. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass grüner Tee weniger Koffein enthält als Kaffee und zum anderen liegt es daran, dass in grünem Tee die Aminosäure L-Theanin vorhanden ist. L-Theanin kann direkt im Gehirn auf den Neurotransmitter GABA wirken, welcher eine angstlösende Wirkung haben kann. Außerdem kann es die Produktion von Dopamin verstärken und dem Gehirn dabei helfen, in einen Zustand der Konzentration zu gelangen.

Kann die Fettverbrennung und Leistungsfähigkeit ankurbeln
Schon seit vielen Jahren wird grüner Tee in konzentrierter Form als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Er soll die Fettverbrennung ankurbeln und so die Pfunde purzeln lassen. Tatsächlich bestätigen einige Studien diese Behauptung. Bei einigen Teilnehmern zeigte sich ein Anstieg des Energieumsatzes und eine bessere Mobilisation des Körperfetts. Ob nun grüner Tee den Stoffwechsel wirklich ankurbelt, ist jedoch nach wie vor umstritten. Einige Studien zeigen einen positiven Effekt, wo andere keine Wirkung feststellen können. Je nachdem wie der Teetrinker auf das enthaltene Koffein reagiert, könnte es tatsächlich sein, dass er über den Tag etwas aktiver wird. Der entstandene Bewegungsdrang könnte sich so in einem höheren Energieverbrauch äußern. Ein indirekter Effekt, der jedoch vermutlich durch die Gewöhnung des Körpers an Koffein mit der Zeit nachlassen kann.